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Wenn tiergestützte Therapie zu einer tierschutzrechtlichen Gratwanderung wird

Hilfsmittel, Verstärker, Instrumente zur Kostensenkung im Gesundheitswesen – die Synonyme für Tiere in der tiergestützten Prävention und Therapie waren vielfältig auf dem Kongress „Mensch und Tier“ Mitte Mai in Berlin.

Humboldt-Universität und zahlreiche hochkarätige Fachbeiträge aus Wissenschaft, Forschung und Praxis machten die Veranstaltung insgesamt zu einem Meilenstein, der seinesgleichen sucht – das große Dilemma in Sachen tiergestützter Therapie aber deutlicher denn je zutage treten ließ.

Das Hauptaugenmerk beim therapeutischen oder pädagogischen Einsatz von Tieren liegt auf dem Menschen. Natürlich ist jedem klar, dass die Belange des Tieres respektiert werden müssen, aber Altenpfleger, Lehrer oder Therapeuten sind keine Ethologen. Da man aber nur sieht, was man weiß, wie ein Sprichwort sagt, sind massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz häufig eher die Regel als eine Ausnahme.

So waren auch auf dem Kongress Mensch und Tier 2007 nur die wenigsten Teilnehmer in der Lage, die Bedeutung der zahlreichen Fachvorträge für die Praxis zu erkennen. Seit langem bekannt, in den Notizen zum Kongress aber kaum mehr als eine Fußnote: Permanenter Stress kann negative Folgen für die Gesundheit haben. Wem es nicht gelingt, in Sachen Stressbelastung Abhilfe zu schaffen, gerät nur allzu leicht in eine Situation der Hilflosigkeit.

Was das bedeutet, erläuterte Dr. Ricarda Joachim von der Berliner Charité: Hilflosigkeit ist die erlernte Erwartung, dass eigenes Handeln bestimmte Ereignisse nicht beeinflussen bzw. abwenden kann. Kaum einem Zuhörer war bewusst, dass auch Tiere zu dieser Erkenntnis gelangen können. Insbesondere dann, wenn der Besitzer als „Fachkraft für tiergestützte Therapie“ nicht in der Lage ist, Stress beim Tier zu identifizieren. Guter Wille macht Unkenntnis in Sachen Ethologie und Lernbiologie nicht wett und führt nur allzu oft dazu, dass das Tier im therapeutischen Einsatz maßlos überschätzt wird. Davor schützen auch Diplome namhafter Weiterbildungs-Institute nur bedingt.

Beispiel: Petra Sipply und „Theradog“ Lydia. Die Marke ist bereits geschützt, die Ausbildung in tiergestützter Pädagogik am Institut für Soziales Lernen mit Tieren in der Wedemark zum Zeitpunkt des Kongresses so gut wie abgeschlossen. Sipply ist engagiert und phantasievoll, wie ihr Vortrag beweist.

Die Liste der Aktivitäten, in die Lydia eingebunden ist, nimmt gar kein Ende, Fotos von Kindergruppen, die den Hund streicheln, mit ihm spielen und ihn trainieren, vermitteln einen lebendigen Eindruck. Allein Sipplys Antwort auf die Frage, wie oft Lydia pro Woche im Einsatz ist, beunruhigt: Derzeit 10 bis 15 Stunden, angepeilt sind 20, vielleicht mehr. Zum Vergleich die Zahlen aus der Kinderpsychiatrie der Universität Leipzig: Hier kommen Hunde vor allem bei der Arbeit mit autistischen Kindern zum Einsatz, je nach Hund maximal 5 bis 30 Minuten pro Woche. Mit gutem Grund.

Was die Hunde leisten, ist Schwerstarbeit, wie Dr. Dorit Haubenhofer vom Wageningen Universiteit en Researchcentrum in den Niederlanden im Rahmen ihrer Dissertation nachgewiesen hat. Im Therapieeinsatz steigt die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Hundeorganismus, was Haubenhofer anhand von Speichelproben messen konnte. Dauern Therapie-Einsätze längere Zeit an oder folgen sie ohne ausreichenden zeitlichen Abstand aufeinander, reagiert der Organismus mit einer grundsätzlichen Änderung im Hormonhaushalt.

Kortisol wird im Körper auf Vorrat produziert, und je „stressiger“ der Alltag ist, desto mehr Kortisol wird gebildet. Langfristig stellt der Körper die Kortisolproduktion dann nach und nach ein. Während der Kortisolüberschuss zunächst mit Stoffwechselstörungen und scheinbar grundloser Gewichtszunahme einhergeht, verursacht der spätere Cortisolmangel nicht nur Erschöpfungszustände, sondern ernsthafte Erkrankungen wie Magengeschwüre, Herzprobleme und in einigen Fällen sogar Krebs. Lydias Aussichten auf ein langes, glückliches Hundeleben sind derzeit gering – und nicht einmal den Verantwortlichen für die Ausbildung von Petra Sipply ist das bewusst.

Geradezu naiv mutete vor diesem Hintergrund der Beitrag des Schweizer Juristen Dr. Gieri Bolliger an, der forderte, nach Schweizer Vorbild die „Würde des Tieres“ im Tierschutzgesetz zu verankern. Eine Diskussion, die die eigentliche Problematik völlig verfehlt. „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, heißt es im geltenden Deutschen Tierschutzgesetz bereits. Solange Kenndecken aber selbst grobe Verstöße gegen diese Regelung maskieren, gibt es weitaus dringendere Aufgaben als neue Gesetzesinitiativen.

Eine vereinheitlichte und umfassende Ausbildung beispielsweise, die die Belange des Tieres als tragende Säule des therapeutischen Einsatzes von Tieren versteht und berücksichtigt. Eine Ausbildung, die nicht versucht, Qualität über Zugangsbeschränkungen zu sichern: Wer momentan keinem sozialen Beruf angehört, hat nur sehr eingeschränkten Zugang zu den bestehenden Weiterbildungsangeboten in tiergestützter Therapie. Dabei kann ein Tier auch einem Rechtsanwalt etwa bei Scheidungs-, Misshandlungs- oder Missbrauchsfällen durchaus wertvolle Dienste leisten.

Die Ausbildung des Menschen ist allerdings nur eine Seite. Auch die Tiere, die für pädagogische oder therapeutische Zwecke eingesetzt werden, bedürfen einer intensiven Vorbereitung.

Erstaunlicherweise lehnen gerade die auch in Sachen Tier hochqualifizierten Praktiker die Ausbildung von Tieren ab. Den Grund dafür verriet Martina Kotzina unbewusst in einem Nebensatz: Die Leiterin des österreichischen Zentrums für tiergestützte Pädagogik „Esperanza“ betonte, dass sie ausschließlich mit nicht ausgebildeten Tieren arbeite, Tieren, „die ihr arteigenes Verhalten zeigen und denen keine Verhaltensweisen abgewöhnt wurden“.

Tatsächlich zielt die Ausbildung insbesondere von Hunden bei vielen Anbietern einzig und allein auf tadellose Manieren ab: gehorchen, still halten, nicht knurren, nicht weglaufen und nicht beißen, wenn es mal weh tut.

Hilflosigkeit ist die erlernte Erwartung, dass eigenes Handeln bestimmte Ereignisse nicht beeinflussen kann. Tiergestützte Therapie verlangt etwas anderes. Sie verlangt Bindung und Vertrauen, Fachwissen, Erfahrung und gesunden Menschenverstand. Aber wenn nicht einmal die Ausbilder wissen, was sie tun, wie steht es dann um die ausgebildeten „Fachkräfte“? Ist das Tier als „Instrument zur Kostensenkung im Gesundheitswesen“ kaputt, bleibt nur noch, es auszutauschen.

Verhaltensberatung für Menschen mit Tier
Judith Böhnke

Am Südhang 29
16775 Gransee

T: 03306  202018
M: 0170  2067685

eMail: info@tier-verhaltensberatung.de

www.tier-verhaltensberatung.de

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