Die romantische Legende von der weißen Tempelkatze Sinh, die nach dem Gemetzel an den Mönchen ihres Heimatklosters von einer tröstenden Göttin mit einem neuen Outfit - nämlich blauen Augen, Points und weißen Miniatur-Söckchen - bedacht wurde und deren Nachfahren von da an für die Mönche als Seelenbegleiter ins Jenseits auserkoren wurden, ist in den vergangenen Jahrzehnten um die ganze Welt gegangen und hat alle Katzenliebhaber zweifellos zu Tränen gerührt. 
In Fortsetzung dieser Geschichte soll um 1920 herum das erste Pärchen Birmakatzen als Dankesgeschenk des Monarchen nach Frankreich gekommen sein und die Zucht begründet haben. Außer diesen beiden Katzen hat jedoch nie wieder eine Birma ihre angebliche Heimat verlassen und kein neugieriger Tourist hat dort je eine heilige Birma gesichtet... Ende der Legende.
Diese wunderschöne Erzählung ist lediglich "background" für die wahrscheinlich attraktivste "Kunst-Rasse" in der Geschichte der Rassekatzen schlechthin. Denn die Heilige Birma entstammt - jenseits jeglicher Heiligkeit - einem Zufall und darauf basierenden Experimentalpaarungen zwischen Siamesen und Perserkatzen in den 20er/30er Jahren in Deutschland und Frankreich. Mitte des letzten Jahrhunderts brach ein wahrer Birma-Boom aus und sie erfreut sich seitdem ungebrochener Beliebtheit - auch heute noch entsteht Bewegung im Publikum, wenn eine schöne Birma im gepflegten Seidenkleid von der Showbühne herunter einen milden, Abendhimmel-blauen Blick auf das Volk richtet. Die zu den Halblanghaar-Katzen zählende Heilige Birma - nicht zu verwechseln mit der kurzhaarigen Burma - ist heute eine präzise durchgezüchtete, eigenständige Rasse, deren charakteristische Merkmale die weißen Abzeichen sind: weiße "Handschuhe" an den Vorderpfötchen und weiße "Sporen" an den Hinterbeinen, deren Korrektheit die Zucht besonders schwierig und jede vorzügliche gezeichnete Birma zu einer wirklichen "Diva assoluta" macht. Birmas sind außerdem Point-Katzen, d.h. sie zeigen eine farbige Maske im Gesicht bzw. farbige Ohren/Beine/Schwanz auf hellem Körper und blaue Augen. Die älteste Tradition haben die Seal- (= Dunkelbraun = Schwarz) und Bluepoint, aber sie werden auch in Chocolate/Lilac sowie Red/Creme und allen Tortie-Varietäten (= Schildpatt) gezüchtet, ebenso wie alle diese Farben mit Tabby (= Streifenmuster in den farbigen Partien). Heilige Birma sind pflegeleichte, familienfreundliche, sehr gesellige und anschmiegsame Katzen mit einem verspielten, heiteren Charakter - wie fast alle Katzen. (Quelle: mit freundlicher Genehmigung des ÖVEK, Österreichischer Verband für die Zucht und Haltung von Edelkatzen, 1090 Wien, Liechtensteinstraße 126) Körperbau: mittelschwer, leicht gestreckt, Beine kurz und kräftig Fell: halblang Farbe: Points, weisse Handschuhe an den Pfoten Anmerkung: liebenswerte, freundliche Katze
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